LTE: Chips, Surfsticks, Smartphones und Notebooks

Die Netzbetreiber bauen LTE-Netze auf, doch Geräte sind noch nicht am Markt. Wir geben einen Überblick über den Stand der Entwicklung bei der Hardware.

Unter Berufung auf die aktuellste Liste der Mobilfunkbranche stellen wir die komplette LTE-Hardware vor - vom LTE-fähigen Funkchip für kleine handliche Geräte bis zum Notebook.

Die Chips

Die Liste der Chipproduzenten im LTE-Bereich ist beeindruckend. Es gibt Unternehmen, die sich als Spezialisten sehen für Funkchips der schnellen Art. Dazu gehören beispielsweise die in Santa Clara USA ansässige Beceem, die israelische Altair Semi (Hod Hasharon / Israel) oder die kanadische Wavesat. Auch die chinesische Innofidei – bisher ein Hersteller, der sich auf Chips fürs mobile TV spezialisierte – versucht nun mit LTE-Chips und LTE-Sticks ins  Geschäft zu kommen, so berichtet jedenfalls die General Mobile Suppliers Association (GSMA) in ihrem jüngsten Bericht zur Entwicklung bei LTE.

Dazu kommen die Allround-Chipproduzenten. Die britische Icera hat einen Chipsatz, der sowohl HSPA als auch LTE beherrscht. Die US-Firma Qualcomm (San Diego/Kalifornien) hat Chips im Angebot, die für Datenübertragung optimiert sind und welche für schnelle Datenübertragung mit handlichen Geräten wie Smartphones. Sie beherrschen HSPA+ und LTE  in beiden Varianten, also FDD und TDD. Der Smarti LU von Infineon kann bis zu sechs Funkfrequenzen im UMTS- und LTE-Bereich bedienen, dazu noch die vier gängigen Funkfrequenzen in den GSM-Netzen der zweiten Generation. Er beherrscht GPRS, EDGE, HSPA  und HSPA + sowie FDD-LTE. Der Smarti LTE ist nach Produktbeschreibung ein reiner LTE-Chip, mit dem Netzwerkbetreiber LTE-Feldversuche durchführen können, er beherrscht alle Funkfrequenzen, auf denen LTE einmal betrieben werden könnte. Auch ST Ericsson hat mit dem M 700 einen Chip im Angebot mit dem LTE bei USB-Sticks, PC-Datenkarten, eingebauten Modems sowie Smartphones und anderen mobilen Internetgeräten     Der M 720 der gleichen Firma kombiniert LTE mit HSPA + und EDGE, und ist vorgesehen für den Einbau in Sticks, PC-Karten und in PLaptops oder Notebooks eingebauten Modems

USB-Surfsticks, Datenkarten und Router

Der LTE-Stick Huawei E 398 des chinesischen Netzwerkausrüsters Firma Huawei soll in Schweden in einem kombinierten GSM-LTE-Mobilfunknetz eingesetzt werden, das dort von Net4Mobility, einem Gemeinschaftsunternehmen von  Tele2 Schweden und Telenor Schweden betrieben wird. Er nutzt den Chipset MDM9200TM von Qualcomm und kann bei Bedarf auf UMTS oder GSM umschalten.

Die koreanische LG hat einen LTE-Stick, der bereits in Japan zugelassen wurde und vom dortigen Mobilfunkunternehmen NTT DoCoMo in einem Versuchsnetz ausprobiert wird.

Einstweilen nur für Testzwecke hat auch Nokia das RD-3-Modem im Angebot. Es funktioniert  in GSM-Netzen mit dem Datenbeschleuniger EDGE und UMTS-Netzen mit dem Datenbeschleuniger HSPA sowie in LTE-Netzen und funkt auf einer großen Zahl von Frequenzen.

Vom koreanischen Unternehmen Samsung gibt es den  GT-B 3710, einen USB-LTE-Stick, der an Schweden und Norweger vom LTE-Netzbetreiber Telia Sonera ausgeliefert wird. Dieses LTE-Netz wurde im Dezember 2009 als das weltweit erste kommerzielle Netz mit der LTE-Datenübertragungs-Technik eröffnet. Der Stick ist etwas größer als normale USB-Sticks, wird aber über diesen Anschluss mit dem Laptop verbunden. Er nutzt einen von Samsung entwickelten LTE-Chip namens Kalmia und funkt mit LTE im 2600-Megahertz-Band. Bei der Markteinführung kündigte Samsung an, noch 2010 eine Version zu liefern, die nicht nur LTE, sondern auch die Datenfunktechniken HSPA und EDGE beherrscht – der mithin auch in GSM und UMTS-Netzen senden und empfangen kann.

Mit dem Samsung GT-B 3730 legte Samsung dann Ende Juni nach und präsentierte ein GSM/UMTS/LTE/-Modem. Kleiner Nachteil: LTE wird nur auf 2600 Megahertz unterstützt – also noch nicht auf der 800 Megahertz-Frequenz, die in Deutschland zuerst auf dem flachen Land für LTE genutzt wird. Ansonsten kann der Samsung-Stick so gut wie alles: LTE der Kategorie 3, also bis zu 100Mbit/s im Download und bis zu 50Mbit/s im Upload, UMTS inklusive HSDPA, HSUPA und HSPA+ auf 2100 MHz sowie GSM und EDGE auf 900 und 1800 Megahertz – also in diesen Netzen auf den in Deutschland üblichen Frequenzen.

Der chinesische Netzwerkausrüster und Handy-Produzent ZTE hat mit dem AL600 und dem AL620 ebenfalls zwei LTE-Datenkarten mit USB-Anschluss  im Angebot – allerdings sind diese den Fotos nach zu urteilen deutlich breiter als herkömmliche USB-Sticks und haben eher Kartenformat.  Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters unterstützen beide in LTE-Netzen Downloadgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) – also dem Datenempfang  und 50 Mbit/s beim Upload, also beim Senden von Daten. Der AL 620 kann in Netzen, in denen kein LTE verfügbar ist auf HSPA oder HSPA + zurückgreifen, ist also auch in UMTS-Netzen schnellstmöglich unterwegs. Wo das nicht geht, kann der AL 620 immer noch mit GPRS und EDGE in GSM-Netzen arbeiten. Der AL 620 unterstützt das 2600 Megahertz-Band und 700 Megahertz – also nicht die 800 Megahertz, die in Deutschalnd derzeit beim Aufbau des LTE-Netzes genutzt werden.  Der AL 600 hat nur HSDPA und HSPA+ für UMTS-Netze.

Die taiwanesische Firma Zyxel hat schon seit einiger Zeit einen Router für LTE-Anschlüsse herausgebracht auf den verschiedene Geräte drahtlos oder per Kabel zugreifen können. Nähere Angaben zu diesem Gerät – insbesondere zur Frage welche Technologien der Router außer LTE noch beherrscht und auf welchen Frequenzen er arbeitet - gibt es bislang noch nicht.

Smartphones und Notebooks

Ende März stellte Samsung ein erstes LTE-Smartphone in Aussicht,  das Samsung SCH-r 900. Es wurden nur spärliche Details zu diesem Gerät bekannt – beispielsweise unterstützt es außer LTE die in den USA verwendeten Datenfunktechniken CDMA/EVDO. Es soll in der zweiten Jahreshälfte an die Kunden eines kleinen US-Mobilfunkbetreibers Metro PCS ausgeliefert werden.  Das Gerät wird über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert und hat eine Drei-Megapixel-Kamera. Der Prozessor stammt von Qualcomm.

Das Netbook Samsung N150 ist derzeit mit einem HSPA-Modem zu haben, doch Samsung hat bereits im Februar 2010 eine LTE-Version gezeigt, die mit dem hauseigenen Kalmia-Chip arbeitet. Die LTE-Version des Netbooks will Samsung – so hieß es damals bei der Vorstellung –  verkaufen, wenn der Markt es verlangt.

Mit einem deutlich größeren Bildschirm kommt das Notebook Toshiba T 130 daher, zeitgleich mit Samsung präsentierten die Japaner ein Gerät, das mit einem LTE-Chip des  Unternehmens Sony-Ericsson läuft. Auch hier gibt es – wie bei Samsung – keine näheren Ausführungen zur LTE-Funktion.

Autor: ET