Ratgeber: Stationäres LTE
In Deutschland sind LTE-Nutzer mit dieser neuen schnellen Funktechnik, die ideal für den mobilen Einsatz ist, zunächst an einen Ort gebunden.
Wer einen LTE-Tarif bucht, kann ihn nur an diesem einen bestimmten Ort nutzen - in der Wohnung oder im Büro beispielsweise. Auch bei der Vermarktung wird LTE erst mal als Ersatz für DSL angepriesen: Für alle Unglücklichen in jenen Regionen, die bisher kein schnelles Internet über einen Kabelanschluss hatten. Ihnen werden nun Tarife angeboten, die bisher fürs Kabel typisch waren: Schnelles Internet alleine oder unbegrenztes Telefonieren ins deutsche Festnetz und schnelles Internet in einem Paket.
Der deutsche Sonderweg
Die deutschen Mobilfunkbetreiber gehen bei LTE damit international einen Sonderweg – allerdings nicht freiwillig.
Schnelles Internet für alle, die in Deutschland leben, das wollen die Regierenden. Denn Deutschland ist hier international Mittelmaß. Deshalb wurden die Telekom-Unternehmen bei der Auktion der LTE-Funkfrequenzen von der Bundesnetzagentur verpflichtet, erst einmal die Internet-Notstandsgebiete auf dem flachen Land zu versorgen. Jedes Bundesland reichte eine Liste ein mit Gemeinden, die noch kein schnelles Internet (über ein Megabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit) haben. In diesen Orten müssen – egal mit welcher Technik – in jedem Bundesland 90 Prozent der bisher unterversorgten Bevölkerung erst einmal mit einem schnellen Internetanschluss ausgerüstet werden. Erst dann können die Mobilfunkbetreiber in dem jeweiligen Bundesland LTE in der Fläche ausbauen.
Prinzipiell können die Netzbetreiber jede Technik wählen für den Ausbau der sogenannten weißen Flecken. Doch aus betriebswirtschaftlichen Gründen kommt meist nur Mobilfunk in Frage. Damit wurde die Mobilfunktechnik LTE sozusagen amtlich als Ersatz fürs schnelle Kabel-Internet vorgegeben und die Mobilfunkbetreiber halten sich erst einmal daran.
Amerika, du hast es besser
Da haben es die Bewohner anderer Länder deutlich besser – wenn man mal von deren dünn besiedelten Gebieten absieht. Egal ob Schweden, Norwegen, Dänemark, Österreich oder die USA – LTE wird zuerst einmal da aufgebaut, wo viele Menschen leben und arbeiten, in den Ballungsgebieten also. Und es ist von Anfang an als echte mobile Technik verfügbar und nicht etwa als ortsgebundene Ersatzlösung für Kabel.
Die Liebe des Landvolkes zu LTE hält sich in Grenzen
Dabei hält sich die Liebe des deutschen Landvolkes zu LTE in Grenzen. Wenn man die Artikel in den Lokalzeitungen seit Beginn des LTE-Ausbaus aufmerksam liest und die Diskussion in den Bürgerversammlungen oder Gemeinderäten zusammenfasst, dann wird klar, wie man LTE auf dem Lande sieht: Als Ersatz fürs Kabel, doch entschieden langsamer und mit begrenzten Datenmengen beim Surfen - dafür aber teurer. Manche akzeptieren LTE mangels Alternative, in anderen Gemeinden versuchen die Bürger doch noch eine Kabelverbindung zu bekommen.
Mobil und stationäre: Die Perspektiven für LTE
Bleibt die Frage, wann die deutschen Betreiber neben LTE als stationärer Internetanbindung LTE als mobilen Internetzugang anbieten. Diese Frage wird sich den LTE-Anbietern stellen, wenn Sie die neue Funktechnik in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg oder Köln aufbauen.
Autor: ET
