10.01.2011

4G in den USA – was dahinter steckt

In den USA werben die drei großen Mobilfunkanbieter Verizon Wireless, T-Mobile und Sprint in großen Lettern mit 4G-Netzen.

Sie setzen dabei auf drei unterschiedliche Techniken: LTE, HSPA+ und Wimax. Die Marketing-Abteilungen marschieren im Kampf ums Etikett 4G (Mobilfunk der vierten Generation) voran, weil es dem Kunden etwas grundlegend Neues suggeriert.

Technisch gesehen ist das eine irreführende Bezeichnung: Weder LTE noch HSPA+ noch Wimax erfüllen die Kriterien, die von der Internationalen Fernmeldeunion (International Telecommunications Union, kurz ITU) als Standard für 4G festgelegt wurden: Spitzengeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde beim Herunterladen von Daten für hoch mobile Nutzer und 1 Gigabit pro Sekunde für wenig mobile oder stationäre Anwendungen.

Verizons LTE-Netz

Verizon Wireless hat seit Dezember 2010 in 38 Städten in den USA den Funkstandard Long Term Evolution (LTE) ausgebaut. Damit will der Netzbetreiber an die 100 Millionen US-Bürger erreichen. Bis Ende 2011 stellt Verizon LTE für insgesamt 100 Städte in Aussicht, bis Ende 2013 sollen sogar zwei Drittel der US-Amerikaner in den Genuss von LTE kommen.

Verizon verspricht mit LTE Geschwindigkeiten von fünf bis zwölf Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und zwei bis fünf Mbit/s im Upload. Das ist deutlich weniger als das theoretische Potential, aber Verizon gibt  Zahlen unter realen Bedingungen an. LTE Sticks dafür gibt es schon, die LTE-Smartphones werden bald am Markt sein.

Geräte, die für das LTE-Netz von Verizon Wireless erscheinen, sind für deutsche Netze jedoch nicht zu gebrauchen. Verizons LTE wird im 700-Megahertz-(MHz)-Band übertragen. Hierzulande sind die ersten LTE-Netze auf eine Frequenz von 800 MHz eingestellt, weitere werden im 2600 Megahertz-Bereich folgen.

Sprint: Wimax seit 2008

Der Netzbetreiber Sprint betreibt seit Oktober 2008 ein Wimax-Netz. In etwa 100 US-Städten kann man die schnelle Funktechnik nutzen. Damit erreicht Sprint etwa 120 Millionen US-Bürger. Sprint verspricht zwischen drei und sechs Mbit/s im Download. Auch dies sind keine Maximal-Geschwindigkeiten, sondern Leistungen unter Last.

Wimax wird aber nur in Ballungsräumen angeboten, daher verkauft Sprint zur Datennutzung auch auf dem flachen Land Kombigeräte wie das HTC-Smartphone EVO 3G oder das Samsung Epic 4G. Mit diesen können Sprint-Kunden auch in langsameren, aber flächendeckend ausgebauten Netzen surfen.

T-Mobile mit HSPA+

T-Mobile USA betreibt ein HSPA+-Netz, eine auch in Deutschland gebräuchliche 3G-Ausbaustufe. Dieses Netz wird in der T-Mobile-Werbung ebenfalls mit dem Etikett „4G“ beworben. Die Geschwindigkeit in diesem Netz wird vom Konzern mit 42 Mbit/s angegeben. Derzeit werden nach Angaben des Unternehmens 200 Millionen Amerikaner in 100 großstädtischen Regionen  erreicht.

Im Vergleich zu Verizon Wireless und Sprint wirkt der Unterschied in der beworbenen Geschwindigkeit groß, doch T-Mobile gibt nur Maximalgeschwindigkeiten an, keine Datenraten unter realen Bedingungen. Die schätzen die Experten der Webseite „dailywireless.org“ auf  3,1 bis 8,2 Mbit/s beim Herunterladen von Daten.

Autor: JG