06.07.2011
ZTE drängt auf amerikanischen LTE-Markt
Der chinesische Netzausrüster Zhōngxīng Tōngxùn Gǔfèn Yǒuxiàn Gōngsī - besser bekannt unter dem Kürzel ZTE - drängt auf den amerikanischen LTE-Markt.
Die Chinesen offerieren Basisstationen (sogenannte NodeB-Systeme), mit denen man gleichzeitig zwei Datenfunktechniken nutzen kann: das in den USA gebräuchliche langsamere und ältere CDMA und die neue und schnellere Datenfunktechnik LTE. Außerdem hat das Unternehmen ein Labor zur Erprobung dieses Parallel-Betriebs im amerikanischen Dallas eingerichtet und betreibt Testnetze in den USA.
Für Basisstationen, die LTE mit CDMA kombinieren ist ein Markt vorhanden: In Südkorea, Japan aber auch Osteuropa gibt es CDMA-Mobilfunkanbieter, die alle irgendwann einmal mit LTE aufrüsten. In Südkorea und Japan machen einstweilen Samsung und seine westlichen Partner das Rennen.
Chinesen erproben Parallel-Betrieb von LTE und CDMA
Trotz des Ausbaus der schnellen LTE-Netze werden langsamere Datenfunktechniken wie UMTS oder CDMA gebraucht und parallel zu LTE-Netzen betrieben. Gefragt sind daher Ausrüstungen, mit denen man sowohl die eine wie die andere Datenfunktechnik gleichzeitig betreiben kann. Für den amerikanischen Markt stellte ZTE schon Ende vorigen Jahres eine Basisstation vor, die beides kann: LTE auf einer Frequenz von 700 Megahertz und CDMA auf den sogenannten AWS-Frequenzen, die in den USA und Kanada von Mobilfunkbetreibern genutzt werden.
Die Chinesen verstärken ihre Präsenz in den USA: „ZTE hat ein Laboratorium für den Parallel-Betrieb von CDMA und LTE in Dallas (Texas) aufgebaut und Versuchsnetze mit CDMA und LTE im Parallelbetrieb in vielen Märkten eingerichtet – einschließlich einiger in den USA“ erklärte die ZTE-Managerin Li Jian Mitte Juni.
In Südkorea und Japan machen Samsung & Partner das Rennen
Auf zwei großen asiatischen Märkten macht unterdes die Konkurrenz das Rennen beim Ausbau von CDMA-Netzen mit LTE, so berichtet die US-amerikanische Webseite „dailywireless.org“. Die koreanische LG Uplus, die ein CDMA-Netz betreibt werde für ihre LTE-Aufrüstung auf die Dienste der gleichfalls koreanischen Samsung, der schwedisch-koreanischen LG-Ericsson und der finnisch-deutschen Nokia Siemens Networks zurückgreifen. Auch der japanische CDMA-Datenfunknetz-Betreiber KDDI werde bei seiner LTE-Aufrüstung das Equipment von Samsung nutzen, so heißt es weiter.
Das könnte auch Folgen für den amerikanischen Markt haben, so spekuliert „dailywireless.org“ – wenn der CDMA-Mobilfunkbetreiber Sprint sein Netz mit LTE erweitere komme womöglich der gleiche koreanisch-schwedisch-finnisch-deutsche Lieferanten-Mix zum Zuge: Also Samsung, LG-Ericsson und Nokia Siemens Networks.
Autor: ET
