15.03.2012

Neues iPad: LTE funktioniert in Deutschland nicht

Das neue iPad kommt am 16. März auf den deutschen Markt. Es überzeugt mit vielen neuen Features, etwa einer hohen Bildschirmauflösung und einer 5-Megapixel-Kamera.

Was die deutschen Kunden leider gar nicht freuen wird ist, dass das LTE-iPad hierzulande nicht funktioniert.

Der von Apple verwendetet Chip funkt leider nur in den LTE-Netzen der USA. In Deutschland werden anderen Frequenzen für den schnellen LTE-Datenfunk genutzt. Und die kann das neue iPad leider nicht bedienen.

LTE-Funktion ist in Deutschland nicht nutzbar

Als das neue iPad, mittlerweile in der dritten Generation, auch wenn es schlicht iPad heißt, am 7. März von Apple-Chef Tim Cook vorgestellt wurde, wurde besonders viel Wert darauf gelegt, wie schnell das neue iPad im mobilen Internet unterwegs ist. Mit bis zu 72 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download funkt das iPad in den LTE-Netzen der USA. Und leider auch nur dort. Denn der im iPad verbaute LTE-Chip nutzt nur die Frequenzen im 700 Megahertz- und 2,1 Gigahertz-Bereich. In Deutschland werden für LTE jedoch die Frequenzen 800 Megahertz (MHz) und 2,6 Gigahertz (GHz) verwendet.

Da der LTE-Datenfunk noch wenig standardisiert ist, hat jedes Land eigene Frequenzbereiche für die Nutzung bereitgestellt. In Deutschland sind es vor alle die Frequenzen aus der „Digitalen Dividende“, die durch die Abschaltung des analogen Fernsehens frei wurden. Die Frequenzen im 800er-Bereich werden in Deutschland vor allem auf dem Land genutzt, während LTE in Städten im 2,6 GHz-Bereich funkt.

Universelle LTE-Chips gibt es bereits

Welcher LTE-Chip im neuen iPad verwendet wurde ist bisher noch unbekannt. Die Beschränkung auf nur wenige Frequenzbereiche ist aber eigentlich gar nicht notwendig. Es gibt durchaus Chips, die mehrere Frequenzbereiche abdecken. Der Chip-Hersteller Qualcomm baut solche Chips. Sie unterstützen „alle derzeit kommerziell für LTE genutzten Frequenzen in den USA, Europa und Asien“, wie das Unternehmen „Spiegel online“ mitteilte.

Der LTE-Surfstick MF821D des chinesischen Herstellers ZTE funkt beispielsweise in den Frequenzbereichen 800, 1800 und 2600 MHz und wäre damit zum Beispiel auch in Australien einsetzbar, wo die Frequenz 1800 MHz für LTE genutzt wird. Allerdings sind die sogenannten „World/Mulitmode LTE“-Chips deutlich teurer, was vielleicht den Verzicht Apples auf einen universell einsetzbaren LTE-Chip erklären könnte.

Tarife geben hohe Downloadraten oft nicht her

Das neue iPad bietet jedoch trotz des LTE-Mankos schnelle Downloadraten im UMTS-Netz. Durch HSPA+ und DC-HSDPA (Dual-Cell HSDPA) sind Übertragungsraten bis zu 42 Mbit/s möglich. Problematisch ist eher, dass die Mobilfunknetze diese Geschwindigkeiten oft gar nicht hergeben beziehungsweise die Datentarife gedrosselt sind und nur 7,2 Mbit/s erlauben.

Für mehr Geschwindigkeit muss man als Kunde bei den Datentarifen tief in die Tasche greifen. Ob die gebuchte Maximalgeschwindigkeit dann auch beim Kunden ankommt, ist leider nicht gewährleistet, da das Tempo auf alle Nutzer einer Funkzelle aufgeteilt wird. Da nützt dann auch das schnellste iPad wenig.

Autor: MB