04.04.2012

Bereits 3.000 LTE-Basisstationen in Deutschland

Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom bei den Netzbetreibern gibt es in Deutschland bereits 3.000 LTE-Basisstationen. Damit können 13 Millionen Haushalte schon die Mobilfunktechnik LTE nutzen. Aktuell verzeichnen die Netzbetreiber 150.000 LTE-Kunden.

Nachdem zunächst ländliche Regionen mit LTE versorgt wurden, wie es den Vorgaben der Bundesnetzagentur entsprach, werden jetzt auch verstärkt Städte mit LTE versehen. Derzeit werden LTE-Netze in Düsseldorf, Köln, Berlin, Frankfurt am Main und München aufgebaut.

Ende 2012 LTE in 300 Städten

Bei der Versteigerung der LTE-Frequenzen im Jahr 2010 war an den Erwerb der sogenannten „Digitalen Dividende“ die Bedingung geknüpft, zunächst mit breitbandigem Internet unterversorgte Regionen mit schnellem Internet zu versorgen. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Schleswig-Holstein ist diese Bedingung erfüllt. LTE kann dort auch in Städten angeboten werden. Bis Ende des Jahres 2012 soll LTE in 300 deutschen Städten zur Verfügung stehen. Über die Hälfte aller Haushalte in Deutschland soll dann Zugang zu LTE bekommen.

Mit LTE sind theoretisch Übertragungsraten bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich. Durch die schnelle Übertragung und die niedrigen Latenzzeiten kann LTE ein höheres Datenvolumen bewältigen und ist für viele Anwendungen wie Video-Telefonie oder Online-Gaming besonders geeignet. Im Vergleich zu den UMTS-Netzen ist LTE mit geringeren Investitionskosten verbunden. Während für die UMTS-Frequenzen im Jahr 2000 noch insgesamt 51 Milliarden Euro gezahlt wurden, kosteten die LTE-Frequenzen 2010 „nur“ 4,4 Milliarden. Durch die niedrigeren Kosten für die Frequenzen sind höhere Investitionen der Netzbetreiber in die Nachrüstung bestehender Infrastruktur auf LTE möglich.

Standardisierung notwendig

Zudem ist der Aufbau der LTE-Infrastruktur relativ kostengünstig möglich, da zum Beispiel bestehende UMTS-Sendemasten für LTE genutzt werden können. Laut Bitkom werden die Netzbetreiber bis 2015 zwischen 8 und 10 Milliarden Euro in den LTE-Ausbau investieren.

Zeitgleich mit dem Ausbau der LTE-Netze werden LTE-fähige Endgeräte entwickelt. Derzeit sind vor allem LTE-Router und LTE-Surfsticks erhältlich, die für den stationären Betrieb genutzt werden. Der mobile Einsatz von LTE kommt langsamer in Gang. Erste LTE-Smartphones kommen wohl im Frühjahr 2012 auf den deutschen Markt. Mit dem neuen iPad von Apple gibt es bereits jetzt einen LTE-fähigen Tablet PC. Leider ist das iPad in deutschen LTE-Netzen nicht nutzbar, da es nur die in den USA verwendeten LTE-Frequenzen unterstützt.

Damit ist ein wichtiger Punkt in der Verbreitung von LTE angesprochen: die dringend notwendige Standardisierung. Solange jedes Land sein eigenes LTE-Süppchen kocht, solange wird LTE für den Massenmarkt nicht tauglich sein.

Autor: MB