04.10.2012

LTE beim iPhone 5 im Test

Die Redaktion von teltarif.de hatte die Möglichkeit, das neue iPhone im LTE-Netz der Telekom Deutschland zu testen. Die erzielten Ergebnisse waren gut, aber nicht herausragend.

Eingeschränkte LTE-Nutzung

Seit kurzem ist das iPhone 5 erhältlich, das den neuen Funkstandard LTE unterstützt – in Deutschland jedoch mit Einschränkungen. Das Apple-Smartphone funkt hierzulande nur auf der 1.800-Megahertz-Frequenz, die ausschließlich von der Telekom Deutschland genutzt wird. Vodafone und o2 setzen hingegen auf die Bereiche um 800 und 2.600 Megahertz.

Doch selbst Telekom-Kunden können mit dem neuen iPhone nicht überall via LTE surfen. Der Bonner Netzbetreiber bietet LTE 1.800 bisher nur in einigen Großstädten an.

LTE-Test im Zug und in der Innenstadt

Für den Praxistest im LTE-1.800-Netz der Telekom nutzte teltarif.de den Tarif „Complete Mobil XL“ sowie die Speed Option LTE. Somit standen den Testern bei 4 Gigabyte Volumen theoretisch bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download zur Verfügung. Genutzt wurden die Netze in München, Nürnberg und Frankfurt am Main.

In Nürnberg fand der Test in einem fahrenden ICE statt. Der LTE-Empfang war dank der Mobilfunk-Repeater in den Zügen erstaunlich gut. Im Schnitt surften die Tester mit etwa 10 Mbit/s im Down- und Upload. Die Ansprechzeiten lagen bei etwa 28 ms.

Maximale Surf-Geschwindigkeiten von 60 Mbit/s

In Frankfurt am Main und München wurde LTE in den Innenstädten getestet. Dabei buchte sich das iPhone 5 automatisch ins LTE-Netz ein, sobald 4G zur Verfügung stand. War das LTE-Signal zu schwach, wechselte das Smartphone automatisch ins UMTS- oder GSM-Netz.

In Frankfurt und München konnten die Tester Download-Geschwindigkeiten zwischen 30 und 60 Mbit/s messen. Ein typischer Wert lag bei 45 Mbit/s. Im Upload erreichten die Tester von teltarif.de stabile 10 Mbit/s. Die Ping-Zeiten lagen zwischen 28 und 50 ms.

LTE im iPhone 5 bietet nur geringen Mehrwert

Da Telefonate im LTE-Netz noch nicht möglich sind, nutzt das iPhone 5 – ebenso wie andere LTE-Smartphones – den sogenannten Circuit Switched Fallback. Das bedeutet, dass sich das Gerät für Telefongespräche aus dem LTE-Netz bucht und in das UMTS- oder GSM-Netz wechselt.

Das iPhone 5 benötigte für den Wechsel von 4G zu 3G oder 2G circa eine Sekunde. Das hört sich nicht viel an. Doch bei der Nutzung einer Multi-Sim kann es passieren, dass der Anruf auf ein ebenfalls im Netz eingebuchtes zweites Smartphone umgeleitet wird.

Insgesamt fällt das Fazit der teltarif-Redaktion verhalten positiv aus. Zwar biete LTE beim iPhone 5 einen sehr guten mobilen Internet-Zugang. Doch die gemessenen Geschwindigkeiten sind nicht deutlich höher als im UMTS-Netz. Daher urteilt teltarif.de: LTE im iPhone 5 hat auch für Telekom-Kunden nur einen geringem Mehrwert.

Autor: ES