11.11.2015

Frequenz-Auktion für 4G- und 5G-Funk

Seit Ende Mai 2015 bieten die deutschen Netzbetreiber Telekom Deutschland, Vodafone und Telefónica Deutschland für das Frequenzpaket im 700-Megahertz-Bereich. Jener Bereich ist in der Mobilfunk-Branche sehr begehrt, da er für den Ausbau von LTE und der künftigen 5G-Technik eingesetzt werden soll.

Rundfunk-Frequenzen als Retter für das mobile Breitbandinternet

Die Bundesnetzagentur hat die Versteigerung der begehrten 700-MHz-Freuquenzen Ende Mai gestartet. Der Frequenz-Bereich soll vor allem unterversorgte Gegenden in Deutschland mit schnellem und mobilem Breitbandinternet versorgen. In diesem Jahr steigern die Telekom, Vodafone und Telefónica mit.

"Wir erwarten, dass die Auktion einen starken Impuls für einen raschen Ausbau der Breitbandnetze insbesondere im ländlichen Raum setzt", sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Deutschland ist damit das erste europäische Land, das den 700-MHz-Bereich zur Auktion freigibt. Bisher wurde und wird jener Bereich noch vom Rundfunk genutzt. Im Zuge der Umstellung von DVB-T auf den Nachfolgestandard DVB-T2 wird das Spektrum nun frei.

Versteigerung an Auflagen geknüpft

Die Frequenzen sind so begehrt, weil sie sich gut dazu eignen, schnelles Internet in unterversorgte Gegenden zu bringen. "Dabei geht es nicht um Peanuts", erklärt Rüdiger Hahn, Projektleiter der Frequenzauktion bei der Bundesnetzagentur, die bevorstehenden Herausforderungen. Rund 150 Rundfunksender müssten schrittweise in den Bereich von unterhalb 694 Megahertz umgezogen werden. Erst dann werde der Mobilfunk nach und nach die entstehenden Lücken schließen.

Mit der Ersteigerung der Frequenzen haben sich die deutschen Netzbetreiber gegenüber der Bundesnetzagentur dazu verpflichtet, in den nächsten drei Jahren eine flächendeckende Versorgung von mindestens 97 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland und 98 Prozent der Haushalte bundesweit zu gewährleisten. Zudem müssen pro Antennensektor Datenraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung stehen. Somit soll gewährleistet werden, dass pro Haushalt 10 Mbit/s sichergestellt sind.

Ausbau von 5G-Funk könnte von Frequenz-Auktion profitieren

Auch die mobilen Datenverbindungen entlang der Autobahnen und ICE-Trassen soll verbessert werden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ist sich sicher, dass bis 2018 „dann auch alle lästigen Funklöcher in Deutschland geschlossen“ sind.

Neben dem LTE-Ausbau eignen sich die Frequenzen im 700-MHz-Bereich aber auch für den Aufbau nachfolgender Techniken wie 5G. Mit 5G, das schneller und stabiler ist als der aktuelle 4G-Standard, könnte die Zukunft des mobilen Internets einen neuen Level betreten.  

„Munterer Wettbewerb“ erwartet

Der Mindestpreis für die zu ersteigernden Frequenzen liegt bei 1,5 Milliarden Euro. "Die Frequenzen sind knapp und extrem wertvoll. Wir gehen davon aus, dass es Bieterwettbewerb geben wird", ist sich Hahn sicher. "Ich erwarte einen munteren Wettbewerb und als Erlös einen Milliardenbetrag", fügt Dobrindt an.

Doch eines ist klar: Egal wieviel die drei deutschen Netzbetreiber für die Frequenzen bieten – den Rekord-Erlös aus dem Jahr 2000 für die UMTS-Frequenzen sind nicht annährend erreichbar. Damals zahlten die Bieter 50,8 Milliarden Euro in die Staats-Kasse ein.  

Autor: ES