LTE in zwei Varianten: TDD und FDD

LTE gibt es in zwei technischen Varianten: TDD und FDD. TDD steht für den englischen Ausdruck Time Division Duplex, deutsch Zeitduplex.

FDD steht für den englischen Ausdruck Frequency Division Duplex, deutsch Frequenzduplex. Das klingt kompliziert, aber man kann es einfach erklären: Beim FDD gibt es zwei Kanäle, auf denen gefunkt wird: Einer auf dem Sie die Nachrichten mit ihrem Laptop oder Smartphone empfangen und einer, auf dem Sie die Nachrichten senden. Bei TDD gibt es nur einen Kanal – dieser wird abwechselnd zum Senden und Empfangen genutzt. Sende- und Empfangsmodus wechseln dabei so rasend schnell, dass Sie es gar nicht bemerken. Was sind nun die Vor- und Nachteile beider Techniken?

Die Vor- und Nachteile der Techniken

FDD erscheint besser bei Funktionen, in denen gleichzeitig viele Daten gesendet und empfangen werden – für beides steht ja ein eigener Kanal bereit. Ein Beispiel dafür wären Telefonate oder Videotelefonate. Ein weiterer Vorteil: Beim Aufbau der Basisstationen muss man keine weiteren Vorkehrungen treffen – da Sende-und Empfangskanäle verschieden sind, stören sich die Kanäle zweier Basisstationen nicht gegenseitig. Bei TDD-Netzen muss man dafür sorgen, dass sich benachbarte Basisstationen nicht gegenseitig stören.

Umgekehrt nutzt TDD den vorhandenen Platz im Funkraum sehr viel besser. Denn oft werden mehr Daten empfangen als gesendet – wenn ich im Internet surfe – oder mehr gesendet als empfangen – beispielsweise wenn ich ein Video ins Internet stelle oder einem Freund eine Fotosammlung schicke. In diesen Fällen – technisch ausgedrückt sind dies asymmetrische Anwendungen –  teilt TDD den Platz zum Senden oder Empfangen nach Bedarf auf. Insgesamt ist die Einführung dieser Technik preiswerter, unter anderem auch deshalb, weil die Mobilfunkbetreiber nicht so viel Funkraum vom Staat mieten müssen, wie bei FDD – man braucht ja nur einen Kanal und nicht zwei. Für Betreiber, die vorher die Funktechnik Wimax nutzten, ist der Umstieg auf LTE mit TDD zudem preisgünstiger.

FDD und TDD: Weltweit liegen beide irgendwann gleichauf

Derzeit liegt die FDD-Technik deutlich vorne, doch mit zunehmendem weltweitem Ausbau der LTE-Netze werden beide Techniken wohl gleich häufig eingesetzt. Die derzeit existierenden LTE-Netze in Deutschland, Österreich, Skandinavien und dem Baltikum nutzen FDD-LTE. Auch Verizon Wireless in den USA nutzt diese Variante.

Gleichwohl wird LTE in der TDD-Variante derzeit von E-Plus in Deutschland getestet. LTE TDD wurde auch schon erprobt in Frankreich, Irland, Polen, in den USA hat es der Wimax-Betreiber Clearwire getestet. Interesse an der Technik gibt es in Japan, Saudi Arabien, Oman und Taiwan.

In Südkorea hat die koreanische SK Telecom Anfang Juli ein LTE-Netz auf TDD-Basis in Betrieb genommen; in Malaysia soll noch 2011 ein TDD-LTE-Netz aufgebaut werden. In Russland will der Betreiber Yota ein landesweites 180 Städte umfassendes LTE-Netz aufbauenund dbaie TDD nutzen. Experten gehen davon aus, dass in China in jedem Fall die TDD-Variante für LTE genutzt werden wird, ebenso wie in Indien.


Autor: ET